Mysteriöses: Was geschah auf dem Geisterschiff „Mary Celeste“? – bis heute noch ein Rätsel

New York 1872 Kapitän Benjamin Spooner Briggs ist auf der Suche nach einer geeigneten Mannschaft für sein Schiff Mary Celeste, aber die meisten Seeleute machen um die Brigantine einen großen Bogen.

Die Gerüchte besagen, es handele sich um ein Unglücksschiff. Manche gehen sogar soweit, zu behaupten, dass es an Bord spukt.

Doch Briggs hält nichts von dem Gerede. Am 5. November 1872 sticht er in See, um eine Ladung Industriealkohol nach Genua zu transportieren.

Keine Notsignale und führerlos

Die Mary Celeste ist eines der berühmtesten Geisterschiffe.

Die „Mary Celeste“ trieb 1872 verlassen im Atlantik. An Bord gab es schlimme Verwüstungen. Was war mit der Besatzung passiert? Warum hatte sie das Schiff verlassen?

Das Schiff trieb einsam auf dem Ozean, die Besatzung war spurlos verschwunden: Die „Mary Celeste“ ist das berühmteste Geisterschiff der Welt.

Was 1872 wirklich geschah, ist immer noch nicht klar. Doch bis heute versuchen Experten, Blogger und Verschwörungstheoretiker, das Geheimnis des verlassenen Schiffs zu lösen.

Waren die Todesfälle natürlich?

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Am 4. Dezember 1872 entdeckte das Handelsschiff „Dei Gratia“ östlich der Azoren im Atlantik ein Schiff, die „Mary Celeste“.

Es wirkte äußerlich unversehrt, doch als auf Deck zwei Stunden alles völlig ruhig bleibt, wunderte sich die Crew der „Dei Gratia“. Sie sendete Signalzeichen, aber eine Reaktion blieb aus.

Ein paar Männer setzten mit einem Ruderboot über, sie sollten herausfinden, was passiert war. Sie entdeckten, dass die Küche verwüstet war, der Ofen war herausgerissen.

Überall auf dem Schiff war Wasser eingedrungen, bis ins Bett des Kapitäns und den Kajüten der Matrosen. Die 1.700 Fässer Industriealkohol an Bord waren aber unversehrt.

Und es gab genug Nahrungsmittel und frisches Wasser für die kommenden sechs Monate.

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Die Crew verließ das Schiff freiwillig

Aber es war kein Mensch an Bord zu finden. Die Acht-Mann-Besatzung und zwei Passagiere waren ebenso verschwunden wie die Rettungsboote.

Und auch die wichtigen Geräte Chronometer und Sextant waren nicht mehr da. Offenbar verließ die Besatzung den 31 Meter langen Segler freiwillig – aber warum?

  • Laut Wetteraufzeichnungen gab es in den Tagen zuvor zwar Stürme, aber das Schiff war ja unversehrt und seetauglich.

Die „Mary Celeste“ mit ihren 15 Segeln hatte am 7. November 1872 in New York abgelegt und war auf dem Weg nach Genua in Italien.

 

Gebaut wurde der Zweimaster 1861 in Neuschottland in Kanada. Von Anfang an stand es unter keinem guten Stern. Der erste Kapitän starb an einer Lungenentzündung, er hatte das Kommando auf dem Schiff nur neun Tage gehabt.

Danach wechselten die Eigentümer ständig, immer wieder soll es Unfälle an Bord gegeben haben. Und auch nach dem mysteriösen Verschwinden der Besatzung 1872 blieb die „Mary Celeste“ vom Unglück verfolgt.

Bei der Rückführung in die USA ertrank der Vater des Eigentümers.

In den folgenden zwölf Jahren wechselte das Schiff 17 Mal den Besitzer.

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Der Kapitän hatte Frau und Tochter an Bord

Bei ihrer rätselhaftesten und berühmtesten Fahrt war der erfahrene Kapitän Benjamin Briggs für die „Mary Celeste“ verantwortlich.

Mit an Bord waren auch seine Ehefrau Sarah sowie seine Tochter Sophia.

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Zur Mannschaft gehörten der erste Offizier Albert C. Richardson, der zweite Offizier Andrew Gilling, der Koch Edward W. Head und vier deutsche Matrosen.

Was auch immer geschah, es muss sich am 24. November 1872 ereignet haben, denn an diesem Tag machte der Kapitän den letzten Eintrag ins Logbuch des Schiffes.

Aber was passierte mit der Besatzung auf halber Strecke ihrer Reise, wohin ist sie verschwunden?

Darum ranken sich verschiedene Theorien, ihr Schicksal beschäftigte auch Filmemacher und Autoren, darunter „Sherlock Holmes“-Erfinder Arthur Conan Doyle.

Im Frühjahr 1873 wurde vor der portugiesischen Küste ein Rettungsboot mit fünf verwesten Leichen gefunden, darunter die eines Kindes. Handelte es sich um einen Teil der „Mary Celeste“-Besatzung?

Schließlich waren die Rettungsboote ja vom Schiff verschwunden. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass das Boot vom Wind von den Azoren bis ans Festland getrieben wurde.

Schnell spekulierte die Presse über riesige Seeschlangen, einen Piratenüberfall oder das Bermudadreieck, in dem die Crew verschwunden sein sollte.

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Doch von dem berüchtigten Gebiet im Atlantik, nördlich der Karibik, war das Schiff viel zu weit entfernt. War etwa ein Seebeben Schuld an dem Unglück?

Womöglich wurden durch die heftigen Erschütterungen eines darauffolgenden Tsunamis mehrere Matrosen ins Meer geschleudert und das Schiff unter Wasser gesetzt.

Die übrige Crew fürchtete, dass die „Mary Celeste“ sinken könnte, und floh mit dem Rettungsboot.

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Sandphänomene oder doch ein Raub?

Vielleicht war ein merkwürdiges Naturphänomen verantwortlich für die Katastrophe:

Der Sand an den Inseln rund um die Azoren enthält laut dieser Theorie eine seltsame Zusammensetzung.

Dadurch soll er bei einer Berührung unvermittelt in die Tiefe absinken. Demnach könnte die „Mary Celeste“ vor einer solchen Insel geankert haben.

Die Besatzung ging an Land – dann rutschte der Sand ab und das Schiff trieb davon. Die Mannschaft bleib auf der Insel zurück und verhungerte dort.

Der Generalstaatsanwalt, der das Unglück untersuchte, unterstellte dagegen der Besatzung der „Dei Gratia“ eine Beteiligung am Schicksal der verschwundenen Menschen.

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Wollten sie das Schiff ausrauben?

Beweisen konnte er das aber nicht, die Crew wurde freigesprochen.

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Der verschwundene Alkohol in den Fässern

Das rätselhafte Verschwinden könnte aber auch mit der Fracht an Bord zu tun haben:

Bei der Bergung stellte sich heraus, dass neun Fässer leer waren. Womöglich war der Alkohol darin ausgelaufen.

Womöglich wollte der Kapitän die Alkoholdämpfe entlüften. Um ihnen zu entgehen, setzte sich die Mannschaft ins Rettungsboot. Doch dann kam ein Sturm auf, und das Boot konnte nicht zum Schiff zurückkehren.

Eine andere Erklärung hat ebenfalls mit den leeren Fässern zu tun. Sie gilt als die bisher plausibelste, auch wenn sie nicht mehr bewiesen werden kann.

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Panikartige Flucht der Besatzung

Der Hamburger Autor Eigel Wiese schreibt in seinem Buch „Das Geisterschiff“, dass der Alkohol aus den Fässern in die Kombüse geströmt und dort verpufft war.

Das würde das Chaos in der Küche erklären – und die panikartige Flucht der Besatzung. Vielleicht wollte sie sich nur kurz in Sicherheit bringen, falls eine Explosion folgte.

Das Rettungsboot war wahrscheinlich mit einem Seil am Schiff befestigt, riss sich aber irgendwann los. Ein Versicherungsexperte hatte diese These schon kurz nach dem Unglück aufgestellt – aber niemand hatte ihm geglaubt.

Sicher ist:
Das Rätsel ist heute nur noch schwer zweifelsfrei zu lösen. Denn das Schiff selbst ist verschollen:

1885 lief es vor Haiti auf ein Riff auf und versank im Meer.

Zwar wurde 2001 ein Wrack vor der Küste der Insel entdeckt, doch ob es sich wirklich um die „Mary Celeste“ handelt, ist unter Experten umstritten.

Quelle: web.de

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